Hamburg wird noch internationaler
Am Montag, 7. November 2011, hat Hamburg die offizielle Einweihung der EU-Lateinamerika/Karibik-Stiftung gefeiert. Die neue europäische Stiftung soll die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den Staaten Lateinamerikas und der Karibik fördern.
Bürgermeister Olaf Scholz sagte zur Eröffnung: "Die strategische Partnerschaft zu Lateinamerika gilt als eines der ehrgeizigsten Vorhaben der europäischen Außenpolitik. Seit Mitte der neunziger Jahre schmiedet die EU eine bi-regionale Partnerschaft mit Lateinamerika und der Karibikregion. Diese Partnerschaft wird jetzt auf eine neue Grundlage gestellt. Ich bin mir sehr sicher, dass die Europäische Union von Hamburg aus ihre Verbindung nach Ibero-Amerika hervorragend ausbauen kann. Und das soll natürlich nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine kulturelle Verbindung sein. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, das gegenseitige Verständnis zwischen Europa und Lateinamerika zu stärken."
Zur Eröffnung kam auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle ins Hamburger Rathaus. Er dankte der Stiftungs-Vorsitzenden Dr. Banita Ferrero-Waldner und würdigte die Zusammenarbeit zwischen Lateinamerika und Europa.
"Die Stiftung soll als Katalysator für gemeinsame Strategien und gemeinsames Handeln dienen und die Partnerschaft zwischen Europa und Lateinamerika auf allen Ebenen intensivieren", sagt Jutta Ludwig, Vorsitzende der Geschäftsführung der HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH. "Die Verknüpfung Hamburgs mit der iberoamerikanischen Wirtschaft hat große Tradition und geht über die Hafenwirtschaft deutlich hinaus. Mit Brasilien haben wir zum Beispiel gemeinsame Interessen in der maritimen Industrie und bei den Erneuerbaren Energien und IT spielt Mexiko eine wichtige Rolle", erklärt Jutta Ludwig die Bedeutung des Stiftungssitzes für die Hansestadt. Vor allem Lateinamerika gilt als Wachstumsregion der Zukunft und damit als interessanter Handelspartner für die Hansestadt. Gleichzeitig entdecken jenseits des Atlantiks die expandierenden Unternehmen die europäischen Märkte. Hamburg bietet sich damit als Standort für neue Niederlassungen und als Entree auf dem europäischen Markt an. Deshalb will die HWF ihre Lateinamerika-Aktivitäten noch weiter ausbauen und verschiedene Möglichkeiten nutzen, um ihr Serviceangebot ansiedlungs- oder expansionswilligen lateinamerikanische Unternehmen zu präsentieren. "Wir wollen Hamburg in den Ländern Lateinamerikas noch bekannter machen und damit die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes für Firmen aus der Region weiter steigern", kündigt Jutta Ludwig an.
Aber auch für Unternehmen in der Metropolregion lohnt sich der Blick in die lateinamerikanischen Regionen. Gerade für den Hamburger Mittelstand bestehen gute Chancen für interessante Geschäfte in Lateinamerika und mit der Handelskammer Hamburg steht den Unternehmen ein erfahrener Servicepartner zur Seite.
Darüber hinaus unterstützt die HWF das Projekt EZLA. In dem gleichnamigen Handelszentrum sollen sämtliche Lateinamerikakompetenzen in Hamburg gebündelt werden. Damit will die Stadt Hamburg gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen den Schritt nach Europa erleichtern. EZLA bietet sämtliche Teile der Wirtschaftskette an, von Marktinformationen und Repräsentanz über Logistik und Distribution bis hin zu einem Business Center samt Showroom.
Es sind traditionelle Verbindungen, die mit dem neuen Netzwerk gepflegt werden. Bereits im 17. Jahrhundert ließen sich jüdische Kaufleute aus Spanien und Portugal auf der Flucht vor der Inquisition im liberalen Hamburg nieder und betrieben von hier aus ihre Geschäfte mit Lateinamerika. Heute pflegt Hamburg eine Städtepartnerschaft mit Leon in Nicaragua, und mit vielen lateinamerikanischen Ländern gibt es spezielle bi- und multilaterale Handelsabkommen. Zahlreiche Vereine und Institutionen unterstützen die Verbindungen zu den Ländern, darunter der bereits 1916 von hanseatischen Kaufleuten gegründete Lateinamerikaverein.
Im Januar hatten die lateinamerikanischen und karibischen Länder und der Rat der Hohen Beamten der Europäischen Union beschlossen, dass Hamburg Sitz der neuen Stiftung sein soll. Weitere Informationen dazu: www.hamburg.de/schwerpunktregion-suedamerika.
Daten zum Export/ Import:
Im Jahr 2010 sind die Ladungsströme im Containerverkehr zwischen Hamburg und Südamerikas Ostküste auf 260.000 TEU gestiegen. Das sind 10,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt entfielen mehr als 189.000 TEU auf den Containerverkehr mit Brasilien. Brasiliens Wirtschaft sorgt weiter für einen steigenden Außenhandel und festigt mit einem Umschlag von rund 5,6 Millionen Tonnen Position 3 der Top-Handelspartner Hamburgs im Seegüterumschlag. Auf der Importseite werden im Seegüterverkehr vor allem Eisenerz, Ölsaaten Rohkaffee, und Fleisch aus Brasilien via Hamburg eingeführt. Im Export via Hamburg überwiegen Düngemittel, Fahrzeuge, Maschinen und Anlagenteile sowie chemische Produkte. Im Gesamt- Seegüterverkehr ist Brasilien im Jahr 2010 der zweitwichtigste Handelspartner des Hamburger Hafens mit 6,9 Mio t (Vorjahr Rang 3). Dies entspricht einer Steigerung um 22,3 % zum Vorjahr (Grund: im Wesentlichen Erz). Auch die Containerladung legte mit Platz 9 deutlich zu.













