Nanotechnologie
Produkte und Anwendungen aus der Nanotechnologie gibt es schon heute in nahezu allen Lebensbereichen: Vom Festplattenspeicher bis zum Computerchip, vom Korrosionsschutz bis zur Badezimmerfliese oder vom Deodorant bis zur Tumortherapie. Nanotechnologie wird zunehmend zu einem Wirtschaftsfaktor. Mit neuen Materialien und Oberflächenbeschichtungen mit bisher unbekannten und oft sogar maßgeschneiderten Eigenschaften lassen sich fast alle Alltagsprodukte mit Hilfe von Nanotechnologie optimieren: Sie werden härter oder flexibler, schmutz- und wasserabweisend, kratzfest, korrosionsgeschützt, sie leuchten in gewünschten Farben oder sind transparent. Dazu kommt eine Präzision bei der Herstellung und Manipulation winzigster Strukturen bis hin zu molekularen und atomaren Dimensionen.
In den Hamburger Hochschulen und Forschungseinrichtungen forschen über 30 Arbeitsgruppen auf dem Feld der Nanotechnologie. Physiker, Chemiker, Biologen, Ingenieure, Mediziner und Informatiker erforschen, analysieren und manipulieren Strukturen von der Größe eines 10.000stel Millimeters bis hin zu einzelnen Atomen und Molekülen. Die Vernetzung von Hamburgs zahlreichen Nanotechnologie-Kompetenzen wurde vom Kompetenzzentrum HanseNanoTec übernommen. Dieses Netzwerk aus Forschern, Unternehmern und Technologieförderern hatte sich zum Ziel gesetzt, den Nanotechnologie-Standort Hamburg stetig weiterzuentwickeln und über die Grenzen der Region hinaus sichtbar zu machen. Seit Anfang 2007 nimmt das von der Freien und Hansestadt Hamburg neu eingerichtete Interdisziplinäre Nanowissenschafts-Centrum Hamburg (INCH) die Aufgaben des Kompetenzzentrums HanseNanoTec wahr und stärkt damit gezielt die interdisziplinäre Verbindung zwischen den Schwerpunkten Nanotechnologie und Life Sciences in der Metropolregion Hamburg.
Der Sonderforschungsbereich 668 erforscht den Magnetismus von Nanostrukturen und einzelnen Atomen für neue Datenspeichertechniken. Die CAN GmbH bietet Auftragsforschung und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der Nanotechnologie für Firmen und Forschungseinrichtungen an und beteiligt sich an nationalen und internationalen Forschungsprogrammen.
Im Rahmen der Landesexzellenzinitiative der Freien und Hansestadt Hamburg wurden 2009 auch zwei Nanotechnologie-Landesexzellenzcluster eingerichtet, um mit der Unterstützung von fachlich exzellenten Verbundprojekten die Wettbewerbsfähigkeit der Hamburger Forschung zu stärken. Der Landesexzelenzcluster "Nano-Spintronics" beschäftigt sich mit neuartigen Computerbausteinen, die nicht nur atomar klein, sondern auch noch unglaublich schnell sind und dabei fast keine Energie verbrauchen. Der Landesexzelenzcluster "Nanotechnology in Medicine" hat das Ziel, Nanopartikel mit biologischen Erkennungsmolekülen zu versehen und sie so in bestimmten Zellen im Körper anzureichern, um die Diagnose und Therapie von Tumor-, Infektions- und neurodegenerativen Erkrankungen sowie Arteriosklerose stark zu verbessern.
Aufbau des kleinsten Nano-Spintronik-Logikgatters der Welt
(Universität Hamburg)
Auch Hamburgs Consulting- und Beteiligungsunternehmen beginnen sich auf Nanotechnologie zu spezialisieren, wie Nanoventure AG oder die Newmex Gruppe.
In der Metropolregion Hamburg gibt es reine Nanotechnologie-Unternehmen, die ausschließlich Nanomaterial für die unterschiedlichsten Anwendungen entwickeln und produzieren. "Global Player" wie Beiersdorf, Philips oder die Biotech-Unternehmen Evotec AG und Eppendorf Deutschland nutzen die Nanotechnologie für ihre Produkte.
Nanotechnologie gilt unter Forschern und Wissenschaftlern als die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. In der Hansestadt finden Firmen, die in diesem Bereich tätig sind, das richtige Umfeld, um sich zu entwickeln. Hamburger Forschungseinrichtungen, die im Feld der Nanotechnologie tätig sind, arbeiten eng mit Unternehmen zusammen und ermöglichen einen schnellen und effektiven Wissenstransfer.













