Industrie allgemein
In der öffentlichen Wahrnehmung wird die Bedeutung der Industrie heute häufig unterschätzt. Das oft gezeichnete Bild, nach dem die Dienstleistungsgesellschaft die Industrie ablöst, ist falsch. Nach wie vor ist die Industrie die Basis für die Expansion der Dienstleistungen. Im OECD - Durchschnitt wächst die Anzahl der Industriearbeitsplätze sogar. Für die Luftfahrtindustrie trifft dies auch auf Hamburg zu. Und auch wenn heute nur etwa jeder sechste Beschäftigte in Hamburg in einem Industriebetrieb arbeitet, gehört Hamburg mit Berlin und München zur Spitzengruppe der Industriemetropolen in Deutschland.
Zu der besonderen strategischen Bedeutung des produzierenden Gewerbes für die Wirtschaftsentwicklung in Hamburg gehört insbesondere die Rolle der Industrie als Auftraggeber für andere Wirtschaftszweige und als Impulsgeber für technologische Forschungen. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erhalten die unternehmensbezogenen Dienstleistungen in Hamburg rund ein Fünftel ihrer Aufträge von der Hamburger Industrie. Hinzu kommen die Geschäftsbeziehungen zum Handel, zu den Finanzdienstleistern und zu den Medienunternehmen. Als Motor für Innovation und Fortschritt sichert die Hamburger Industrie das technologische Know-how, ohne das Hamburg im Wettbewerb der Länder und Regionen nicht bestehen wird.
Historisch gesehen ist die Industrie in Hamburg eng mit der maritimen Wirtschaft verwoben. Der Import von Rohstoffen sowie ihre Verarbeitung und Veredelung für den Binnenmarkt oder Export bildeten ursprünglich die Basis für das Entstehen von Produktionsbetrieben. Die Weiterverarbeitung von Kautschuk, Kupfererz, Mineralöl, Kakao, Kaffee, Ölsaaten, Tabak oder Tee wurde dabei zu einer der drei Säulen der Hamburger Industrie. Die zweite Säule bildeten die maritim-orientierten Industrieunternehmen wie Schiff-, Maschinen- und Motorenbau, Elektrotechnik, aber auch die Bauwirtschaft. Zur dritten Säule wurden die seehafen-unabhängigen Industriebetriebe. Die rasch wachsende Bevölkerung in Hamburg und der Metropolregion sowie die steigende Binnennachfrage schufen dabei eine gute Ausgangsbasis für das Entstehen einer starken Konsumgüterindustrie. Diese drei Säulen geben dem Industriestandort Hamburg bis heute seine Struktur. Neu und im Wachstum begriffen ist die mittelständisch geprägte Umwelt-Industrie.
Viele Hamburger Industriebetriebe setzen weltweit Maßstäbe. Aurubis gehört zu den wichtigsten Kupferhütten der Welt und hat entscheidenden Anteil am guten Ruf der Hamburger Industrie in Sachen Umweltschutz und sozialer Verantwortung. Montblanc steht weltweit für Qualität und Exklusivität von Schreibgeräten. Unternehmen wie die Beiersdorf AG - mit Weltmarken wie Nivea und Tesa -, Bode-Chemie, Eppendorf, Philips Medizin Systeme, Olympus Surgical Technologies Europe haben in Sachen Life Sciences einen guten Ruf. Mit Unternehmen wie Airbus, Blohm & Voss oder Lufthansa-Technik ist Hamburg im Bau und der Reparatur von Schiffen und Flugzeugen führend. Die Norddeutsche Filter-Vertriebsgesellschaft stellt mit die weltweit leistungsfähigsten Öl-Wasser-Seperatoren her. Und auch in der Halbleiterherstellung hat Hamburg mit NXP Semiconductors einen der Blue Chips der Branche am Standort.













