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Handel

Die Hansestadt ist traditionell der wichtigste Umschlagplatz für Waren aller Art im Norden Europas und zentrale Schnittstelle für den Überseehandel der Ostseeanrainer.

 

Containerschiff im Hamburger Hafen/ Container ship in the Port of Hamburg
Containerschiff im Hamburger Hafen/ Container ship in the Port of Hamburg (Bild: Mediaserver HMG)


Sowohl durch die Überwindung der politischen Zweiteilung Europas als auch durch die Nord- und Osterweiterung der Europäischen Union konnte Hamburg seine Position als führender Außenhandelsplatz im Nordosten Europas ausbauen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist der Ostseeraum eine besonders leistungsfähige und dynamische Wirtschaftsregion und gleichzeitig ein attraktiver Markt mit hoher Kaufkraft, in dem mehr als 50 Millionen Menschen in zehn Ländern leben. Das Außenhandelsvolumen beträgt mehr als eintausend Milliarden Euro. Hamburg spielt für den Handel und Verkehr innerhalb der Ostseeregion eine wichtige, in deren Beziehung zur übrigen Welt sogar eine zentrale Rolle.

Mit mehr als 32.000 Handelsunternehmen und über 125.000 Beschäftigten ist Hamburg der größte Handelsplatz Deutschlands. Hamburg ist nicht nur bedeutender Außenhandelsplatz, sondern ebenso ein bedeutender Standort des Groß- und Einzelhandels. Rund 22.000 Hamburger Unternehmen sind im Einzelhandel aktiv, gut 9.000 im Groß- und Außenhandel und über 4.100 Unternehmen sind als Handelsvermittler tätig. Fast 600 Unternehmen betreiben Versandhandel, Tendenz steigend. Viele internationale Handelsunternehmen haben ihre Unternehmenszentrale in Hamburg.

Außerdem ist der Handel ein bedeutender Auftraggeber für die unternehmensnahen Dienstleistungen, insbesondere für Banken und Versicherungen.

Groß- und Einzelhandel

Gabelstapler/ Fork-lift

(HWF)

Einen wichtigen Platz im Hamburger Handel nimmt der Binnengroßhandel ein. Etwa 1.200 Großhandelsunternehmen beschäftigen zehn oder mehr Beschäftigte. Die insgesamt fast 50.000 Beschäftigten dieses Wirtschaftszweiges erwirtschaften rund 10 % des deutschen Großhandelsumsatzes. Sie bieten zunehmend ergänzende Dienstleistungen wie Lagerhaltung, Distribution, Qualitätskontrolle oder Instandhaltung an.

Auch in Hamburg ist der Großhandel zunehmendem Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Das Internet erleichtert Produzenten und Kunden den direkten Kontakt. Nur wenn es den Großhändlern gelingt, E-Commerce und Internet mit Dienstleistungen und ihrer Fachkompetenz zu verknüpfen, können sie diesem Trend entgegensteuern. In Hamburg haben sich die Großhändler dieser Herausforderung gestellt. Sie nutzen das Internet, um ihre internen Abläufe zu rationalisieren und den Kundenservice zu optimieren.

Neuer Wall in Hamburg/ Neuer Wall shopping mall in Hamburg Neuer Wall in Hamburg/ Neuer Wall shopping mall in Hamburg 

(Mediaserver HMG)

Als Einkaufsstadt ist Hamburg einer der attraktivsten Einzelhandelsstandorte im Norden Europas. Das Einzugsgebiet der Hansestadt reicht bis nach Skandinavien und Polen. Jungfernstieg, Mönckebergstraße, Neuer Wall und Spitaler Straße sind Einkaufsstraßen, die weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt sind. Berühmt sind Hamburgs Einkaufspassagen, in denen Besucher in der kalten Jahreszeit dem Hamburger "Schmuddelwetter" trotzen können. Mit der Europa Passage, mit einer Verkaufsfläche von rund 35.000 qm, existiert in Hamburgs City eines der ambitioniertesten Einzelhandelsprokjekte im Norden Europas. Die Kaufkraft ist in Hamburg überdurchschnittlich hoch (Indexwert 2010: 110,2)  und steht damit an der Spitze aller Bundesländer.

Trotzdem wirkt sich auch in Hamburg das schwierige wirtschaftliche Umfeld negativ auf die Lage des Einzelhandels aus. Insbesondere inhabergeführte Fachgeschäfte, aber auch Warenhäuser verzeichnen Umsatzeinbrüche, während preisagressive Fillialisten sowie Verbraucher- und Fachmärkte Umsatzzuwächse erzielen.

Eine besondere Bedeutung hat in Hamburg der Versandhandel. Dies liegt insbesondere daran, daß der Otto-Konzern - mit 90 Unternehmen in 23 Ländern aktiv - hier seinen Sitz hat. Aber auch die vielen kleinen E-Commerce Anbieter gewinnen zunehmend an Bedeutung und ergänzen zunehmend die Vertriebswege des stationären Einzelhandels.

Daten & Fakten zum Einzelhandel

Außenhandel

"Wo Handel ist, da hat schon ein Hamburger seinen Fuß hingesetzt" – treffender kann man Vielfalt und Tradition der Hamburger Außenwirtschaftsbeziehungen wohl kaum beschreiben.

Seit Gründung der Stadt im Jahre 810 sind Im- und Export die tragenden Säulen der Hamburger Wirtschaft. Heute gibt es rund 5.000 am Außenhandel beteiligte Unternehmen, darunter gut 2.500 traditionelle Im- und Exportfirmen. Export- und Handelsvertreter, Cif-Agenten und Makler ergänzen das Angebot. Erweitert um international ausgerichtete Dienstleister – Banken, Versicherungen, Verkehrsunternehmen oder Consultants sind es rund 20.000 Hamburger Unternehmen, die – branchenübergreifend – Geschäftsbeziehungen ins Ausland unterhalten. 

Die Mehrzahl der Außenhandelsfirmen ist mittelständisch geprägt. Daneben agieren Großunternehmen mit Milliardenumsätzen. Neben der Abwicklung der Auslandsgeschäfte in eigenem Namen oder auf eigene Rechnung bieten die Außenhändler heute eine breite Palette von Dienstleistungen: von Marktanalysen über Finanzierung, logistische Abwicklung, professionelle Konfektionierung und Vertrieb bis hin zur Übernahme von Währungsschwankungsrisiken und Gewährleistungspflichten. 

Container China Shipping/ China Shipping containers Container China Shipping

(Mediaserver HMG)

Hamburg gilt traditionell als Überseehandelsplatz. Die ostasiatischen Länder sind einer der wichtigsten Handelspartner. Vom Volumen bedeutender ist jedoch Hamburgs Rolle im innereuropäischen Handel. Der Anteil des Warenaustauschs mit Ländern der Europäischen Union liegt bei rund 50 Prozent und wird durch die EU-Osterweiterung an Bedeutung gewinnen. Der Handel mit Nordamerika ist ebenfalls bedeutsam. 

Daten & Fakten zum Außenhandel

Außenhandelsmetropole Hamburg - Brücke nach China

Seit dem 18. Jahrhundert besteht ein reger Handelsaustausch zwischen Hamburg und China. Schon im Jahre 1731 legte das erste chinesische Handelsschiff aus Kanton kommend im Hamburger Hafen an. Aus diesen geschäftlichen Kontakten ist eine einzigartige China-Expertise erwachsen: Heute wie damals ist Hamburg Knotenpunkt des europäischen Handels mit China. Aus diesem Grund ist unsere Stadt auch wichtiger Anlaufpunkt für chinesische Unternehmen, die Kontakte zur deutschen und europäischen China-Wirtschaft suchen. Auf dem unternehmerischen Erfah­rungsschatz aufbauend, haben sich in Hamburg die zentralen Institutionen herausgebildet, die deutsche Unternehmen bei ihrem Weg nach China unterstützen. Seit 1900 betreut der Ostasiatische Verein als Wirtschaftsverband Firmen aus ganz Deutschland bei Exporten und Investitionen in China und agiert dabei als Servicestelle und Netzwerk. Die China-Expertise Hamburger Firmen befruchtet ganz wesentlich den Austausch in diesem Kreis. Die Handelskammer Hamburg, mit über 140.000 Mitgliedern eine der größten und einflussreichsten in Europa, ist Kompetenzzentrum für China und bündelt damit den China-Service und das China-Know how aller Industrie- und Handelskammern in Deutschland. Das Institut für Asienkunde als größte Forschungseinrichtung Europas zu China-Themen hält intensive wissenschaftliche Kompetenz vor, die von Unternehmern hoch geschätzt wird. Die Außenhandelsmetropole Hamburg ist damit die Brücke, welche die chinesische und die europäische Wirtschaft miteinander verbindet.

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